Etsy-Shop eröffnen: Der komplette Guide für KMU

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Professionelle Planung und Analyse schaffen die Grundlage für fundierte Entscheidungen und nachhaltigen Unternehmenserfolg.

Etsy-Shop eröffnen: Der komplette Guide für KMU und Selbstständige 


Du hast eine kreative Ader, stellst individuelle Produkte her oder sammelst besondere Fundstücke? Etsy hat sich in den letzten Jahren zu einer der bekanntesten Anlaufstellen für genau solche Angebote entwickelt. Gerade für KMU und Selbstständige bietet die Plattform ein enormes Potenzial, wenn man von Anfang an die richtigen Weichen stellt. In diesem Beitrag erfährst du, wie du einen eigenen Etsy-Shop eröffnen kannst, welche Kosten und rechtlichen Pflichten dabei auf dich zukommen und wie du deine Angebote so optimierst, dass sie auch gefunden werden.  

Was ist Etsy? 


Etsy ist der weltweit führende Marktplatz für handgefertigte Produkte, Vintage-Artikel und Kreativbedarf. Die Plattform wurde 2005 in Brooklyn, New York, gegründet und positioniert sich bewusst als Alternative zu Massenware und großen E-Commerce-Riesen. Hier steht die Kreativität klar im Mittelpunkt. 

Reichweite und Nutzerzahlen 


Neben den rund 93,5 Millionen aktiven Käufern zählt Etsy laut eigenen Angaben auch rund 8,7 Millionen aktive Verkäufer weltweit (Stand: Ende 2025). Auch in Deutschland nutzen Millionen Menschen die Plattform, um einzigartige Produkte zu entdecken. Die internationale Reichweite ermöglicht es selbst kleinen KMU, Kunden in über 200 Ländern zu erreichen. 

Welche Umsätze sind auf Etsy möglich? 


Die Verdienstmöglichkeiten auf Etsy variieren stark: von wenigen hundert Euro im Monat für Hobby-Verkäufer bis zu sechsstelligen Jahresumsätzen für etablierte Shops. Erfolgreiche KMU-Beispiele zeigen, dass mit professionellem Branding, optimierten Listings (Angeboten) und einem guten Kundenservice monatliche Umsätze im mittleren bis oberen vierstelligen Bereich (nach Brancheneinschätzungen häufig zwischen 3.000 und 15.000 Euro) realistisch sind, wobei Top-Verkäufer auch deutlich mehr erzielen können. 

Wie funktioniert Etsy? 


Du stellst dir wahrscheinlich die Frage: „Wie kann ich bei Etsy verkaufen?“ Als Verkäufer eröffnest du einen eigenen Shop und stellst dort deine Produkte als sogenannte Listings ein, jeweils mit Fotos, Beschreibung und Preis.  

Käufer entdecken deinen Shop über die Etsy-Suche oder Empfehlungen und schließen den Kauf direkt über Etsy ab. Die Plattform übernimmt dabei die Zahlungsabwicklung und stellt dir im Gegenzug Gebühren für die Einstellung, Transaktion und Zahlungsbearbeitung in Rechnung. 

Was darfst du auf Etsy verkaufen? 


Auf Etsy darfst du nur Produkte anbieten, die in eine von drei klar definierten Kategorien fallen. So stellt die Plattform sicher, dass es wirklich um kreative und individuelle Artikel statt um Massenware geht. 

  • Handgefertigte Produkte: Artikel, die du selbst hergestellt hast, zum Beispiel Schmuck, Keramik oder Textilien. Dazu zählen auch digitale Downloads wie druckbare Designs, Vorlagen, Schnittmuster oder digitale Kunstwerke. 

  • Vintage-Artikel: Produkte, die mindestens 20 Jahre alt sind, etwa Möbel, Kleidung oder Sammlerstücke. 

  • Kreativbedarf: Materialien und Werkzeuge, die andere für ihre eigenen kreativen Projekte nutzen können. 

Verboten sind unter anderem Massenware bzw. reiner Wiederverkauf ohne eigene kreative Leistung, gefälschte Produkte, gefährliche Artikel (zum Beispiel Waffen), Alkohol, Tabak und Drogen, unangemessene bzw. nicht korrekt gekennzeichnete Inhalte mit Nacktheit, Hassinhalte sowie Artikel, die gegen Urheberrechte verstoßen. 

Etsy hat seine Richtlinien für 2025/2026 verschärft (Update der Creativity Standards zum 10. Juni 2025): Gescannte Vintage-Dateien, bestimmte 3D-Drucke ohne eigenes Design und generische Supplies (zum Beispiel Großhandelsware) sind laut Berichten von Etsy-Fachmedien nicht mehr zulässig. Print-on-Demand-Produkte (POD) darfst du zudem nur noch anbieten, wenn du ein eigenes Design verwendest und deinen Produktionspartner offenlegst. 

Schritt für Schritt: Wie eröffnest du deinen Etsy-Shop? 


Du eröffnest deinen Etsy-Shop, indem du dich zunächst auf der Plattform registrierst und anschließend die Grundeinstellungen für deinen Shop, Zahlungen und Steuern vornimmst. Im Folgenden zeigen wir dir, worauf es bei jedem Schritt im Detail ankommt und wie du deinen eigenen Etsy-Shop erstellen und einrichten kannst. 

Konto anlegen und Grundeinstellungen festlegen 


Besuche etsy.com und klicke auf „Verkaufen auf Etsy“. Du kannst dein Konto per E-Mail, Google, Facebook oder Apple erstellen. Nach der Anmeldung legst du folgende Grundeinstellungen fest: 

  • Shop-Name: Wähle einen einprägsamen Namen mit 4 bis 20 Zeichen, ohne Leerzeichen. 

  • Standort und Währung: Gib dein Land und deine bevorzugte Währung an. 

  • Steuerliche Einstellungen: Hinterlege deine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.), falls du umsatzsteuerpflichtig bist. Kleinunternehmer können die Kleinunternehmerregelung aktivieren.  

Da Etsy seinen europäischen Hauptsitz in Irland hat, greift bei hinterlegter USt-IdNr. das sogenannte Reverse-Charge-Verfahren: Die Steuerschuld geht dabei vom leistenden Unternehmen (Etsy) auf dich als Leistungsempfänger über. Das bedeutet, du bekommst deine Gebührenrechnungen netto (ohne ausgewiesene Umsatzsteuer) und musst die Umsatzsteuer daraufhin selbst an dein Finanzamt abführen. 
 
Mit diesen einfachen Schritten kannst du dich als Verkäufer bei Etsy anmelden und mit dem Einstellen deiner ersten Produkte starten. 
Mit digitaler Planung und einem klaren Überblick über Zahlen lassen sich finanzielle Entscheidungen gezielt und effizient treffen.

Erste Artikel einstellen und Zahlungsmethoden einrichten 


Jetzt kannst du deine ersten Produkte einstellen und offiziell Verkäufer auf Etsy werden. Lade hochwertige Produktfotos hoch (Etsy empfiehlt mindestens 2000 x 2000 Pixel), schreibe detaillierte Beschreibungen und lege Preise sowie Varianten fest, zum Beispiel Größen oder Farben. 

Tipp für KMU: Nutze Artikelnummern (SKUs) für eine professionelle Bestandsverwaltung. Das lohnt sich besonders, wenn du viele Produkte anbietest. 

Im nächsten Schritt richtest du Etsy Payments ein und verknüpfst dein Bankkonto, um Zahlungen zu empfangen. 

Welche Kosten kommen als Etsy-Shop-Betreiber auf dich zu? 


Als Etsy-Shop-Betreiber zahlst du mehrere unterschiedliche Gebühren, die sich je nach Verkaufspreis und Werbeaktivität summieren.  

Hinweis: Etsy kommuniziert seine Gebühren auf den offiziellen Seiten uneinheitlich, mal in US-Dollar, mal in Euro, teils sogar je nach Gebührenart unterschiedlich. Dieser Beitrag nennt deshalb konsequent den jeweils offiziell genannten Wert und ergänzt zur Orientierung eine ungefähre Umrechnung, wo diese zum besseren Verständnis hilfreich ist.  

Im Detail setzen sich die Kosten so zusammen: 

  • Einstellgebühr: 0,20 US-Dollar (ca. 0,18 Euro) pro Artikel 

  • Transaktionsgebühr: 6,5 % des Gesamtbetrags inklusive Versand 

  • Zahlungsbearbeitungsgebühr: 4 % plus 0,30 Euro pro Transaktion 

  • Offsite Ads: 15 % Gebühr auf Verkäufe, die durch Etsy-Werbung außerhalb der Plattform zustande kommen, beziehungsweise 12 %, sobald dein Shop innerhalb eines beliebigen 365-Tage-Zeitraums 10.000 US-Dollar (ca. 9.200 Euro) Umsatz erreicht hat. Ab dieser Grenze ist die Teilnahme verpflichtend. 

  • Mehrwertsteuer auf Gebühren: 19 % Mehrwertsteuer auf alle Etsy-Gebühren in Deutschland, sofern keine USt-IdNr. bei Etsy hinterlegt ist. Bei hinterlegter USt-IdNr. berechnet Etsy die Gebühren ohne MwSt. (Reverse-Charge-Verfahren); du meldest und entrichtest die 19 % dann selbst über deine Umsatzsteuervoranmeldung. 
 
Achtung: Wenn du gewerblich physische Waren verkaufst und versendest, bist du in Deutschland gesetzlich verpflichtet, dich im Verpackungsregister LUCID zu registrieren und dich einem dualen System zur Entsorgung deiner Verkaufsverpackungen anzuschließen (erweiterte Herstellerverantwortung, EPR). Die Registrierung bei LUCID selbst ist kostenlos, die Teilnahme am dualen System verursacht jedoch Kosten, die sich nach Material und Gewicht deiner Verpackungen richten. Das ist keine Etsy-Gebühr, sondern eine externe gesetzliche Pflicht, die unabhängig von der Plattform gilt. 

Beispielrechnung für ein typisches Produkt 


Hier siehst du ein Rechenbeispiel für ein Produkt mit einem Verkaufspreis von 50 Euro und 5 Euro Versandkosten: 
Name Name Name Name
*Bitte beachten: Diese beispielhafte Netto-Einnahme ist nicht mit dem Gewinn gleichzusetzen. Material-, Arbeits-, Verpackungs- und weitere Kosten sind darin noch nicht berücksichtigt. Zudem gilt diese Rechnung ausschließlich ohne hinterlegte USt-IdNr. Mit hinterlegter USt-IdNr. entfällt die Zeile „Mehrwertsteuer auf Gebühren“, und deine Netto-Einnahme läge bei 48,74 Euro statt 47,55 Euro. Die 19 % musst du dann selbst über deine Steuererklärung ans Finanzamt melden (außer du bist Kleinunternehmer). 

Welche rechtlichen Rahmenbedingungen gelten für Etsy-Verkäufer? 


Als Etsy-Verkäufer musst du dich mit mehreren rechtlichen Themen befassen, von der Gewerbeanmeldung über die Umsatzsteuer bis hin zu Datenschutz und Produktsicherheit. 

Gewerbe, Steuern und Unternehmensform 


Eine häufige Frage lautet: Kannst du einen Etsy-Shop ohne Gewerbe eröffnen? Tatsächlich geht das nur in Ausnahmefällen. Wenn du gelegentlich selbstgemachte Artikel ohne Gewinnerzielungsabsicht verkaufst, kannst du als Privatperson agieren.  

Die häufig genannte Grenze von 30 Verkäufen bzw. 2.000 Euro Umsatz im Jahr betrifft nicht die Gewerbepflicht selbst. Sie legt lediglich fest, ab wann Etsy deine Verkaufsdaten laut Plattformen-Steuertransparenzgesetz automatisch an das Finanzamt meldet. Für die Gewerbepflicht gilt: Sobald du regelmäßig und mit Gewinnabsicht verkaufst, musst du ein Gewerbe anmelden. Diese Pflicht gilt unabhängig davon, wie viele Artikel du verkaufst oder wie hoch dein Umsatz ist. 

  • Gewerbeanmeldung und Steuernummer: Melde dein Gewerbe beim zuständigen Gewerbeamt an. Das kostet dich in der Regel 20 bis 60 Euro. Anschließend erhältst du vom Finanzamt einen steuerlichen Erfassungsbogen. Dort gibst du an, ob du die Kleinunternehmerregelung nutzen möchtest, die bei einem Umsatz bis 25.000 Euro im Vorjahr (bzw. bei Gründung im laufenden Jahr) und bis 100.000 Euro im laufenden Jahr greift. 

  • Besonderheiten bei B2B-Verkäufen (also Verkäufen an Geschäftskunden): Verkaufst du Waren an Unternehmen im EU-Ausland, greift die Regelung der steuerfreien innergemeinschaftlichen Lieferung. Dabei weist du keine Umsatzsteuer aus, denn der Käufer versteuert den Erwerb selbst in seinem Land. Wichtig ist, dass du vorher die USt-IdNr. deines Geschäftskunden prüfst. 

  • GmbH oder UG im Vergleich zum Einzelunternehmer: Als Einzelunternehmer haftest du mit deinem Privatvermögen. Eine GmbH oder UG schützt dich dagegen mit einer Haftungsbeschränkung. Dafür musst du höhere Gründungskosten und mehr Bürokratie einplanen, zum Beispiel einen Handelsregistereintrag und einen Jahresabschluss. 

Impressum, Datenschutz und Produktpflichten 


Neben Gewerbeanmeldung und Steuern gibt es noch weitere rechtliche Pflichten, die dein Etsy-Shop erfüllen muss, damit du auf der sicheren Seite bist. Die wichtigsten davon stellen wir dir hier vor. 

  • Impressumspflicht: Jeder gewerbliche Etsy-Shop benötigt ein vollständiges Impressum mit Namen, Anschrift, Kontaktdaten und gegebenenfalls Handelsregisternummer. Hinterlege dieses in deinen Shop-Einstellungen. 

  • DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung): Erstelle eine Datenschutzerklärung, die erklärt, wie du Kundendaten verarbeitest. 

  • Widerruf und AGB: Verbraucher haben ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Erstelle außerdem AGB, die Versand, Rückgabe und Zahlungsbedingungen regeln. 

  • Verpackungsgesetz (LUCID-Registrierung): Versendest du physische Waren, gilt zusätzlich die Registrierungs- und Lizenzierungspflicht nach dem Verpackungsgesetz (siehe Kostenübersicht oben). 

  • Produktsicherheit: Achte bei Spielzeug, Elektrogeräten und ähnlichen Produkten auf die CE-Kennzeichnung (Herstellernachweis, dass ein Produkt die EU-Sicherheitsanforderungen erfüllt). Informiere dich zusätzlich über die Produktsicherheitsverordnung. 

Wie optimierst du deine Etsy Listings? 


Die Sichtbarkeit deiner Produkte hängt von zwei Faktoren ab: Relevanz (werden deine Listings gefunden?) und Performance (wie gut konvertieren sie?). Etsy nutzt einen zweistufigen Algorithmus, der zuerst passende Listings identifiziert und sie dann nach Verkaufswahrscheinlichkeit rankt. 

Titel mit natürlicher Sprache optimieren 


Schreibe beschreibende Phrasen statt Keyword-Ketten: „Handgefertigte Keramik-Müslischale, skandinavisches Design“ schlägt „Schale Keramik handgemacht Müsli Frühstück nordisch Geschenk“. Nutze die Autovervollständigung der Etsy-Suchleiste, um herauszufinden, welche Begriffe wirklich gesucht werden. 
Digitale Tools und Daten unterstützen Unternehmen dabei, Prozesse effizienter zu gestalten und fundierte Entscheidungen zu treffen.

Hochwertige Fotos und Videos 


Das erste Bild entscheidet über Klick oder Weiterscrollen. Mache mehrere Bilder pro Produkt: 

  • Hauptfoto auf neutralem Hintergrund 
  • Detailaufnahmen 
  • Größenvergleich 
  • Anwendungsbeispiele 

Videos, die das Produkt in Aktion oder den Herstellungsprozess zeigen, können die Conversion-Rate zusätzlich erhöhen. Achte außerdem auf ein durchdachtes User Interface deines gesamten Shop-Designs: ausreichende Kontraste zwischen Text und Hintergrund, klare Lesbarkeit der Produktbeschreibungen und eine konsistente visuelle Gestaltung sorgen dafür, dass Käufer sich in deinem Shop wohlfühlen und länger verweilen. 

Versandkosten niedrig halten 


Der Versandpreis ist für Etsy-Käufer einer der wichtigsten Kauffaktoren und fließt auch ins Ranking ein. Halte ihn transparent und wettbewerbsfähig, etwa durch kostenfreien Versand ab einem Mindestbestellwert oder durch Einkalkulieren in den Produktpreis. 

Conversion-Rate optimieren 


Ein Listing, das gut konvertiert, wird besser geranked. Gute Conversions sind also wichtig für dein Ranking. Das steigert deine Conversion: 

  • Detaillierte Beschreibungen sowie klare Größen- und Materialangaben 

  • Gute Bewertungen und transparente Shop-Policies 

  • Produktvarianten wie Größen und Farben direkt im Listing 

  • Personalisierungsoption, wenn möglich. Personalisierbare Produkte erzielen häufig höhere Conversions 

  • Starke Performance-Signale wie Klickraten, Favoriten und Warenkorbzugänge 

Kundenservice-Metriken als Ranking-Faktor 


Etsy priorisiert nach eigenen Angaben Shops, die folgende Standards konsequent einhalten: 

  • Hohe durchschnittliche Bewertung 
  • Schnelle Nachrichtenantwortrate 
  • Niedrige Case-Rate der letzten 90 Tage (Anteil an Käuferbeschwerden) 
  • Vollständig ausgefüllter About-Bereich 

Aktuelle Fälle (Cases) und Probleme mit geistigem Eigentum wirken sich dagegen negativ aus. Beantworte Kundenanfragen daher schnell und löse Probleme proaktiv, bevor sie eskalieren. 

Regelmäßig neue Listings hochladen 


Aktive Shops werden bevorzugt. Lade nach Möglichkeit 1-2 neue Listings pro Woche hoch. Sie erhalten einen temporären Sichtbarkeits-Boost (kein offiziell dokumentiertes Etsy-Feature), den du für frische Performance-Daten nutzen solltest. 

Tags und Attribute vollständig nutzen 


Verwende alle 13 Tags, die du für ein Produkt vergeben kannst, für spezifische Keywords. Das ist deutlich effektiver als einfach nur die Begriffe aus dem Produkttitel zu wiederholen. Fülle auch alle Attribute aus (Farbe, Material, Anlass, Stil) und kombiniere allgemeine Begriffe wie „Hochzeitsgeschenk“ mit Long-Tail-Keywords wie „personalisiertes Hochzeitsgeschenk Holz“. 

Suchergebnisse richtig einschätzen 


Die Etsy-Suche ist personalisiert: Zwei Käufer sehen je nach Kaufhistorie, Standort und Browsing-Verhalten unterschiedliche Ergebnisse. Vermeide deshalb ein ständiges Umschreiben deiner Listings. Gib Änderungen stattdessen einige Wochen Zeit. Das Search Visibility Dashboard im Shop Manager hilft dir, Sichtbarkeitsprobleme frühzeitig zu erkennen. 

Wie bekommst du mehr Traffic auf deinen Etsy-Shop? 


Um mehr Traffic auf deinen Etsy-Shop zu bekommen, hat sich eine Kombination aus bezahlter Werbung, Social Media und gezielter Kundenbindung bewährt. Die wichtigsten Kanäle stellen wir dir hier vor. 

Bezahlte Werbung auf und außerhalb von Etsy 


  • Etsy Ads: Hebt deine Produkte in den Suchergebnissen hervor. Du legst ein Tagesbudget ab 1 US-Dollar (ca. 0,90 Euro) fest und zahlst nur, wenn jemand auf deine Anzeige klickt. 

  • Offsite Ads: Etsy bewirbt deine Produkte auf Google, Facebook und Pinterest gegen eine Erfolgsgebühr. 

  • TikTok Ads: Eine sinnvolle Ergänzung, um eine jüngere, kaufkräftige Zielgruppe anzusprechen. Besonders effektiv sind TikTok Ads für visuell ansprechende Produkte wie handgefertigten Schmuck oder Deko (allgemeine Marketing-Empfehlung, keine Etsy-Vorgabe). 

  • Pinterest-Optimierung mit Rich Pins: Teile deine Etsy-Produkte auf Pinterest, das wie eine visuelle Suchmaschine funktioniert und sich besonders gut für handgefertigte Produkte eignet. Rich Pins zeigen zudem automatisch Zusatzinfos wie Preis und Verfügbarkeit an (allgemeine Marketing-Empfehlung, keine Etsy-Vorgabe). 

  • Mikro-Influencer: Kooperiere mit kleinen Influencern mit 1.000 bis 10.000 Followern in deiner Nische. Das ist oft günstiger und die Community oft besonders engagiert (allgemeine Marketing-Empfehlung, keine Etsy-Vorgabe). 

Kundenbindung und Wiederkäufer-Strategien 


  • E-Mail-Liste/Newsletter: Baue dir eine E-Mail-Liste auf, indem du mit Einwilligung deiner Kunden deren E-Mailadressen sammelst und ihnen Newsletter mit Angeboten, neuen Produkten oder exklusiven Rabatten schickst, um neue Leads zu generieren

  • Social Content: Plattformen wie TikTok und Instagram sind ideal, um Behind-the-Scenes-Einblicke zu teilen und zu zeigen, wie deine Produkte entstehen. Das schafft Vertrauen und Authentizität. Eine durchdachte Social-Media-Strategie für TikTok und Instagram kann die Reichweite deines Etsy-Shops erheblich steigern. 

  • Aktiv um Bewertungen bitten: Bewertungen wirken sich sowohl auf deine Conversion als auch auf dein Suchranking aus. Bitte deshalb zufriedene Kunden aktiv um eine Bewertung, zum Beispiel per Nachricht nach Erhalt der Ware. 

Welche Policy-Risiken und Fallstricke solltest du kennen? 


Die größten Risiken für deinen Etsy-Shop liegen im Urheberrecht, im Markenrecht sowie in fehlenden Nachweisen zur Produktkonformität. Diese Punkte solltest du dauerhaft im Blick behalten, egal ob du gerade erst deinen Etsy-Account erstellen möchtest oder deinen Shop schon länger betreibst. 

Urheberrecht, Markenrecht und Account-Sicherheit 


Verwende keine geschützten Designs, Logos oder Marken ohne Lizenz. Verstöße können zur Entfernung des betroffenen Listings und bei wiederholten Verstößen zur Sperrung deines Shops führen.  

Solltest du eine Meldung wegen Rechtsverletzung erhalten, reagiere schnell: Prüfe die Vorwürfe, dokumentiere alle Schritte und lege bei Bedarf eine Gegendarstellung (Counter Notice) ein. Etsy bietet dafür ein Verfahren für Fälle, in denen eine Sperre bzw. Entfernung ungerechtfertigt erfolgte. 

Produktkonformität und Nachweispflichten 


Neben Urheber- und Markenrecht solltest du außerdem belegen können, dass deine Produkte tatsächlich den Etsy-Vorgaben entsprechen.  

Zur Erinnerung: Je nach Produktart gelten dabei unterschiedliche Nachweispflichten, die du hier im Überblick findest: 

  • Vintage-Definition: Vintage-Artikel müssen mindestens 20 Jahre alt sein. Etsy kann dafür Nachweise verlangen, zum Beispiel Fotos oder Herstellerangaben. 

  • Handgemachte Produkte: Du musst nachweisen können, dass du die Produkte selbst hergestellt hast. Dokumentiere deinen Herstellungsprozess deshalb am besten mit Fotos. 

  • Print-on-Demand (POD): Du musst POD-Partner offenlegen und nachweisen, dass das Design von dir stammt. Generische POD-Produkte sind nicht erlaubt. 

Nicht erlaubt: Einen bereits etablierten Etsy-Shop kaufen 


Ein weiterer wichtiger Punkt: Etsy verbietet die Übertragung von Kontoinhaberschaft ausdrücklich. Wenn du eine bestehende Marke oder ein Business übernimmst, musst du einen neuen Etsy-Account und Shop eröffnen; der ursprüngliche Shop mit seinen Bewertungen und seiner Verkaufshistorie kann nicht mitgenommen werden. Es gibt Plattformen, die den Verkauf von Etsy-Businesses (z. B. Marke, Designs, Lieferantenbeziehungen) vermitteln, doch das Etsy-Konto selbst ist von einem solchen Deal ausgeschlossen. Eine versuchte Übertragung kann zur Sperrung des neuen Accounts führen. 

Fazit: Etsy als Vertriebskanal für KMU nutzen 


Ein Etsy-Shop ist heute mehr als nur eine Plattform für Hobby-Bastler: Er ist ein professioneller Vertriebskanal mit Zugang zu Millionen kaufbereiter Kunden weltweit. Die Eröffnung ist in wenigen Schritten erledigt, doch der langfristige Erfolg hängt von strategischer Optimierung, exzellentem Kundenservice und kontinuierlicher Pflege ab. 

Neben deinem Etsy-Shop lohnt sich der Aufbau weiterer digitaler (Vertriebs-)Kanäle, um unabhängiger von einzelnen Plattformen zu werden und deinen Marketing-Funnel zu optimieren. SELLWERK Prime bietet dir dafür ein Komplettpaket: Suchmaschinenoptimierung, Bewertungsmanagement und lokale Auffindbarkeit aus einer Hand.  

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