Wie KMU mit YouTube Shorts neue Kunden gewinnen
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YouTube Shorts: So können KMU von dem Format profitieren
Du möchtest mit deinem Unternehmen auf YouTube durchstarten und deinen Kundenstamm erweitern, hast aber wenig Zeit und Budget für aufwendige Videoproduktionen und teure Werbekampagnen? Dann sind YouTube Shorts genau das Richtige für dich! Was zunächst wie reine Unterhaltung aussieht, hat sich längst zu einem starken Marketingkanal für KMU entwickelt, dank dem du schnell und unkompliziert Expertise zeigen, Vertrauen aufbauen und neue Zielgruppen erreichen kannst.
In diesem Guide erfährst du, wie YouTube Shorts funktionieren, welche technischen Anforderungen du erfüllen musst (beispielsweise wie lang YouTube Shorts seit 2025 sein dürfen) und wie du mit authentischen Kurzvideos dein KMU sichtbar machst.
Was sind YouTube Shorts und wie unterscheiden sie sich von normalen YouTube-Videos?
YouTube Shorts sind vertikale Kurzvideos, die speziell für die Wiedergabe auf dem Smartphone optimiert sind. Seit 2025 dürfen sie bis zu 3 Minuten lang sein (vorher galt eine Maximallänge von 60 Sekunden). Die Kurzvideos erscheinen in einem eigenen Feed, den sich Nutzende am Smartphone durch Wischen nach oben (und am Desktop durch herunterscrollen) ansehen können (genau wie bei TikTok oder Instagram Reels).
Während YouTube klassische Videos hauptsächlich an Abonnenten und über Empfehlungen ausspielt, funktioniert der Algorithmus des Shorts-Formats völlig anders: Er ist nicht an Abonnements gebunden und arbeitet ähnlich wie TikTok nach einem Discovery-Prinzip. Das bedeutet konkret: YouTube spielt deine Shorts auch Menschen aus, die mit deinem Kanal noch nie in Berührung gekommen sind, basierend auf ihren Interessen. Der Algorithmus bewertet dabei vor allem die Completion Rate (wie viele Nutzende schauen ein Video bis zum Ende?), die Swipe Rate (wie schnell wird weitergewischt?) und die Interaktionen (Likes, Kommentare, Shares).
Entscheidend bei Shorts: Zuschauende in den ersten drei Sekunden in den Bann ziehen. Ein Video, das nicht sofort Aufmerksamkeit erzeugt, wird einfach weitergewischt. Ein gut gemachtes Short kann innerhalb weniger Stunden viral gehen, unabhängig davon, wie viele Abonnenten dein Kanal hat.
Der entscheidende Vorteil für KMU: YT Shorts sind ein organischer Reichweitenkanal. Du musst nicht erst jahrelang einen Kanal und eine Community aufbauen oder für Werbeanzeigen bezahlen, um Reichweite zu generieren. Stattdessen kannst du mit relevanten, unterhaltsamen Inhalten sofort Menschen erreichen, die sich für dein Thema interessieren. YouTube Shorts leben von Spontanität und Authentizität. Viele erfolgreiche Shorts entstehen direkt am Smartphone, mit minimalem Schnitt und ohne aufwendige Nachbearbeitung. Das macht das Format besonders attraktiv für Unternehmen, die wenig Ressourcen für eine aufwändige Videoproduktion haben.
Überblick: YouTube Shorts vs. klassische Videos im Vergleich
| Aspekt | YouTube Shorts | Klassische YouTube-Videos |
| Videoformat | 9:16 (vertikal) | 16:9 (horizontal) |
| Länge | Seit 2025: bis zu 3 Minuten (vorher maximal 60 Sekunden) | Unbegrenzt |
Algorithmus | Discovery-Feed | Abo-basiert und thematische Ähnlichkeit |
Reichweite | Organisch sehr hoch | Abhängig unter anderem von der Kanalgröße und SEO |
Thumbnail | Optional | Sehr wichtig |
Zielgruppe | Mobile First | Desktop und Mobile |
Produktionsaufwand | Minimal | Hoch bis sehr hoch |
Abgrenzung zu TikTok, Instagram Reels und LinkedIn Video
Auch wenn YouTube Shorts auf den ersten Blick wie eine Kopie von TikTok wirken und manche Creators tatsächlich eine Parallelstrategie auf mehreren Plattformen verfolgen (Stichwort: Cross Posting), gibt es wichtige Unterschiede, die besonders für B2B-Unternehmen relevant sind:
YouTube Shorts vs. TikTok
YouTube Shorts profitieren von der etablierten YouTube-Infrastruktur. Die Videos haben eine deutlich längere Content-Lebensdauer als bei TikTok (mehrere Monate vs. wenige Tage) und werden in der Google-Suche indexiert. Dadurch bleiben sie dauerhaft auffindbar. Das ist ein großer Vorteil, wenn du für deine Expertise wahrgenommen werden möchtest.
Weiterer Pluspunkt: die große Reichweite. Als zweitgrößte Suchmaschine weltweit wird YouTube in Deutschland von über 32 Millionen Menschen (46 Prozent) mindestens einmal wöchentlich genutzt laut ARD/ZDF Medienstudie 2025. Damit erreicht die Plattform auch die für viele B2B- und B2C-Geschäfte wichtige Altersgruppe der 30- bis 50-Jährigen. TikTok hingegen punktet, wenn du hauptsächlich eine jüngere Zielgruppe ansprechen möchtest (Generation Z und junge Millennials).
In puncto Monetarisierung gilt: Geld verdienen ist mit YouTube ebenso möglich wie mit TikTok.
YouTube Shorts vs. LinkedIn Video
YouTube Shorts haben eine höhere Reichweite und erreichen eine breitere Zielgruppe als Videos auf LinkedIn. Letztere eignen sich primär für B2B-Content und professionelle Themen. Der große Vorteil von LinkedIn liegt in der gezielten Ansprache von Entscheidern und Fachkräften, allerdings mit deutlich geringerer organischer Reichweite. Daher ist es durchaus möglich, beide Plattformen zu nutzen, wenn du die Inhalte anpasst.
Aktuelle Reichweiten-Zahlen zu YouTube Shorts für 2025:
YouTube Shorts bieten eine enorme Chance für dein digitales Marketing. In Deutschland nutzen (je nach Erhebung) mehr als 80 Prozent der Menschen YouTube zumindest gelegentlich. Mit weltweit über 2 Milliarden aktiven Nutzenden pro Monat und bis zu 70 Milliarden täglichen Aufrufen im Oktober 2025 steigt die Reichweite von YouTube Shorts beständig. Seit der weltweiten Einführung 2021 hat YouTube das Kurzvideoformat massiv gefördert. Dazu trugen unter anderem eine prominente Platzierung in der App sowie finanzielle Anreize für Creators bei.
Besonders interessant für KMU: Mit bis zu 80 Prozent liegt die durchschnittliche Completion Rate bei YouTube Shorts deutlich höher als bei klassischen Social-Media-Beiträgen. Nutzende sind eher bereit, ein 30-sekündiges Short bis zum Ende anzuschauen, als sich mit einem längeren Post zu beschäftigen. Das erhöht die Chance, deine Botschaft vollständig zu vermitteln und einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.
Erfolgsbeispiele aus Deutschland und was du für dein KMU daraus lernen kannst
Es ist kaum realistisch, eine erfolgreiche YouTube-Strategie ausschließlich mit YouTube Shorts aufzubauen. Aber die Kurzvideos schaffen Reichweite und können interessierte Zuschauende auf deinen Kanal führen, um andere Shorts oder längere Videos anzusehen. Es gibt allerdings einige deutsche Kanäle, die hauptsächlich mit YouTube Shorts erfolgreiche Kanäle aufgebaut haben:
German Spidey
Mit über 14 Milliarden Views gehört der Kanal „German Spidey“ zu den erfolgreichsten deutschen YouTube-Shorts-Kanälen. Das Erfolgsrezept besteht aus Comedy-Content und Superhelden-Parodien, die in kurzen, unterhaltsamen Clips Millionen Menschen erreichen.
Family Booms
Bis Anfang 2025 war auch „Family Booms“ einer der erfolgreichsten deutschen YouTube-Shorts-Kanäle mit bis dahin 16 Milliarden Views. Die Familie zeigte erstaunliche Experimente, Challenges und optische Tricks, komplett ohne gesprochene Sprache. Das half, internationale Reichweite vor allem in Asien zu generieren. Die Lektion für dein Unternehmen: Inhalte, die visuell und ohne Sprache funktionieren, können Sprachbarrieren überwinden und ein globales Publikum erreichen. (Hinweis: Die Videos des Kanals sind aktuell nicht mehr verfügbar.)
Deutsche Bahn
Auch etablierte Unternehmen können mit authentischen, nahbaren Inhalten auf YouTube Shorts erfolgreich sein. Der YouTube-Kanal der Deutschen Bahn veröffentlicht regelmäßig unterhaltsame und informative Shorts, die Tausende Aufrufe generieren. Mal geht es um kuriose Fundsachen, mal um Einblicke hinter die Kulissen oder um Mitarbeitende, die ihren Arbeitsalltag zeigen. Du musst kein Influencer sein oder teure Produktionen veranstalten: Oft reicht es, dein Unternehmen menschlich und zugänglich zu zeigen.
Erfolgsfaktoren für interessante YouTube Shorts
Aus diesen und anderen Beispielen lassen sich folgende Erfolgsfaktoren für YouTube Shorts ableiten:
• Starke Hook in den ersten drei Sekunden: Wenn dein Video in dieser kurzen Zeit keine Aufmerksamkeit erzeugt, wird weitergescrollt. Das kann durch eine provokante Frage, ein überraschendes Bild oder ein klares Nutzenversprechen erfolgen („In 30 Sekunden zeige ich dir…“).
• Visuelle Klarheit: Auf kleinen Smartphone-Bildschirmen muss alles sofort erkennbar sein.
• Emotionale Ansprache: Menschen kaufen von Menschen, nicht von Hochglanzproduktionen. Ob Überraschung, Neugier, Freude oder auch Frustration – Shorts, die Gefühle auslösen, werden häufiger geteilt und kommentiert.
• Konsistenz: Regelmäßiges Posten ist wichtiger als das perfekte Video.
• Nischenthemen mit Wiedererkennungswert: Superhelden-Comedy und Familienexperimente funktionieren, weil sie sofort erkennbar sind.
• Authentizität statt Perfektion: Erfolgreiche Shorts brauchen keine umfangreiche Filmproduktion. Echte Persönlichkeit reicht.
• Klare Botschaft: Auch wenn YouTube Shorts bis zu drei Minuten lang sein „dürfen“, liegt der Erfolg der Kurzvideos in ihrer Kompaktheit. Konzentriere dich auf eine Kernaussage.
• Schnelle Schnitte: Hohe Dynamik hält die Aufmerksamkeit.
Content-Formate, die als YouTube Shorts für KMU funktionieren
Nicht jeder Content eignet sich für das YouTube-Shorts-Format. Am besten funktionieren Inhalte, die schnell konsumierbar sind und einen klaren Mehrwert bieten. Hier sind die erfolgreichsten Formate für KMU:
• Mitarbeitende als Gesichter des Unternehmens: Menschen wollen wissen, mit wem sie Geschäfte machen. Lass dein Team zu Wort kommen.
o „Ein Tag als Elektriker bei [Firmenname]“
o „5 Dinge, die du noch nicht über unsere Werkstatt wusstest“
o „Unser Team stellt sich vor: Sarah aus dem Vertrieb“.
o Praxisbeispiel: Ein Handwerksbetrieb in München hat dieses Prinzip konsequent umgesetzt und lässt seine Auszubildenden wöchentlich ein Kurzvideo für YouTube drehen. Das Ergebnis: 300 Prozent mehr Bewerbungen in 6 Monaten, weil potenzielle Bewerber das Unternehmen und die Atmosphäre vorher kennenlernen konnten.
• Authentische Unternehmenseinblicke (Behind the Scenes): Hier zeigst du, was normalerweise hinter verschlossenen Türen passiert: Produktionsprozesse, Qualitätschecks, Lieferantenbesuche oder auch Teamevents. Transparenz schafft Vertrauen, und Menschen kaufen lieber bei Unternehmen, die sie kennen und denen sie vertrauen. Ein Bäckereibetrieb kann etwa zeigen, wie das Brot am frühen Morgen entsteht. Ein Autohaus kann den Weg eines Gebrauchtwagens von der Annahme bis zum Verkauf dokumentieren.
• Micro-Wissen und Quick-Tipps: Hier kannst du deine Expertise demonstrieren, ohne belehrend zu wirken. Teile dein Fachwissen in mundgerechten Häppchen: „In 30 Sekunden…“, „Der häufigste Fehler…“, „3 Anzeichen, dass …“. Solche Tipps haben echten Mehrwert für die Zuschauenden und du zeigst gleichzeitig Expertise in deinem Bereich.
Konkrete Branchenbeispiele:
Handwerk:
• Maler: Vorher-Nachher-Video in 15 Sekunden oder Tricks für saubere Farbkanten.
• Elektriker: Fragen beantworten wie „Warum flackert meine Lampe?“ oder „Wie schließt man eine Steckdose in 30 Sekunden an?“
• Friseur: Schnelle Styling-Hacks (z. B. für Büro, Alltag oder Hochzeit)
Dienstleistung:
• Steuerberater: Eine neue Gesetzesänderung in 60 Sekunden erklärt.
• Versicherungsmakler: Sachbearbeiter beantworten die drei häufigsten
Kundenfragen.
• Fitnessstudio: Die richtige Ausführung einer Übung, beispielsweise Bankdrücken
Einzelhandel:
• Modegeschäft: Drei Stylingvarianten für ein Kleidungsstück.
• Optiker: So findest du die perfekte Brille für deine Gesichtsform
• Autohaus: 5 Tipps für den Gebrauchtwagenkauf
• Bäckerei: So erkennst du frisches Brot
Obwohl die Möglichkeiten so vielfältig sind, haben gerade kleine und mittlere Unternehmen oft Berührungsängste mit Videomarketing. Die häufigsten Einwände sind: zu teuer, zu aufwendig, zu professionell. YouTube Shorts widerlegen all das. Du brauchst keine Produktionsfirma, keine teure Videoausrüstung und keine Schauspieler. Was du brauchst, sind authentische Einblicke in dein Unternehmen und die Bereitschaft, dein Wissen zu teilen. Bestimmte Aspekte der Videoproduktion und des Uploads kannst du zudem bei YouTube automatisieren.
Realvideos vs. Animationen vs. KI-Inhalte
Alle drei Formate (oder eine Kombination davon) sind grundsätzlich möglich, aber du solltest sie gezielt einsetzen:
• Realvideos: authentisch und vertrauensbildend, ideal für KMU
• KI-generierte Inhalte: erlaubt, aber du musst sie als solche kennzeichnen
Die beste Wahl hängt von deinem Thema und deiner Zielgruppe ab. Für die meisten KMU empfiehlt sich eine Mischung: authentische Videos für persönliche Themen, Animationen für Erklärungen und KI-Tools zur Effizienzsteigerung bei der Produktion. Der YouTube-Algorithmus bevorzugt aktuell authentische, von Menschen erstellte Inhalte. Das ist ein Vorteil für kleine Unternehmen, die mit Echtheit und Nahbarkeit punkten können.
Bestehende Videos recyceln oder neue Shorts produzieren?
Wenn dein Unternehmen bereits gutes Videomaterial hat (etwa von Produktvorstellungen, Events oder Imagefilmen), kann es sich lohnen, diese Videos oder Ausschnitte davon zu Shorts umzufunktionieren. Allerdings musst du auf gewisse Dinge achten:
• Vertikales Format: Klassische Videos im Querformat müssen zugeschnitten werden, was oft zu Qualitätsverlust führt. Prüfe, ob wichtige Bildelemente im 9:16-Format sichtbar bleiben.
• Eigenständiger Inhalt: Ein Short sollte für sich allein funktionieren. Einfach einen Ausschnitt aus einem langen Video zu nehmen, ohne Kontext oder Anpassung, funktioniert nur selten.
• Optimierung für Shorts: Füge Untertitel hinzu, passe die Geschwindigkeit an (Shorts dürfen dynamischer sein) und erstelle eine starke Hook am Anfang.
In vielen Fällen performen eigens produzierte Shorts besser, weil sie gezielt für dieses Format und den Algorithmus optimiert sind. Recycling kann aber ein guter Einstieg sein, um erste Erfahrungen zu sammeln.
Diese Fehler solltest du bei YouTube Shorts unbedingt vermeiden
Nicht alles, was auf YouTube funktioniert, eignet sich für Shorts. So vielversprechend das Format auch ist, es gibt typische Fehler, die du unbedingt vermeiden solltest.
• Klassische Produktwerbung ohne Mehrwert: Shorts-Nutzende wollen Unterhaltung oder Wissen, keine Werbung. Statt „Kaufe jetzt unser Produkt“ zeige lieber, wie dein Produkt ein konkretes Problem löst.
• Imagefilme und Marketing-Sprech: Hochglanzvideos mit generischen Aussagen wie „Wir sind Ihr Partner für…“ funktionieren nicht. Nutzende wollen Authentizität und echten Mehrwert.
• Zu lange Videos: Auch wenn YouTube Shorts inzwischen bis zu drei Minuten lang sein dürfen, erzielst du die besten Ergebnisse mit 15–60 Sekunden langen Videos. Längere Shorts brauchen einen klaren Spannungsbogen.
• Wasserzeichen von anderen Plattformen: Wenn du Reels von Instagram oder TikTok mit sichtbaren Logos hochlädst, straft der YouTube-Algorithmus dich ab. Erstelle besser plattformspezifischen Content.
• Irreführende Titel oder Thumbnails: Clickbait ohne Einlösung des Versprechens führt zu hohen Absprungraten und schadet deinem Kanal langfristig.
• Horizontal gedrehte Videos: Im Querformat erreichst du im Shorts-Feed niemanden. Nur 9:16 funktioniert.
• Keine klare Handlungsaufforderung: Am Ende sollte klar sein, was die Zuschauenden tun sollen: Deinen Kanal abonnieren, die Website besuchen oder einen Kommentar hinterlassen.
Technische Anforderungen: Format, Länge, Auflösung und Größe für YouTube Shorts
Damit YouTube dein Video als Short erkennt, musst du bestimmte technische Vorgaben erfüllen:
Pflicht-Anforderungen für YouTube Shorts:
| Kriterium | Anforderung | Empfehlung |
| Seitenverhältnis | 9:16 (vertikal) | Immer im Hochformat produzieren |
| Auflösung | Mindestens 1080 x 1920 Pixel | 1080 x 1920 Pixel (Full HD) |
Maximale Länge | Bis zu drei Minuten (früher 60 Sekunden) | 15 bis 60 Sekunden für beste Performance |
| Dateigröße | Keine offizielle Begrenzung | Unter 100 MB für schnellen Upload |
| Dateiformat | MP4, MOV, AVI, FLV, WMV | MP4 für optimale Kompatibilität |
Framerate | 24 bis 60 fps (Bilder pro Sekunde) | 30 fps ist Standard, 60 fps besser für Action |
Wichtige Settings für maximale Reichweite:
• Titel: Maximal 100 Zeichen, keyword-optimiert
• Beschreibung: wichtig ist, den Hashtag #Shorts zu verwenden, damit YouTube das Video als Short erkennt
• Thumbnail: Optional, aber empfohlen, falls das Video auf der YouTube-Startseite erscheint
• Untertitel: Empfohlen, denn viele schauen ohne Ton
• Musik: Aus der YouTube-Audio-Bibliothek (lizenzfrei)
Wichtig: Wenn dein Video im Querformat ist oder länger als die maximal erlaubte Länge für YouTube Shorts ist, wird es nicht als Short angezeigt, selbst wenn du den Hashtag #Shorts verwendest. Das YouTube-Shorts-Format erfordert zwingend vertikale Videos im 9:16-Format.
Subtitles vs. Thumbnails – Was ist wichtiger für YouTube Shorts?
| Element | Warum wichtig? | So setzt du es um |
| Untertitel |
|
|
| Thumbnails |
|
|
Content-Strategie für YouTube Shorts: So baust du deinen Kanal auf
Ein erfolgreicher Shorts-Kanal entsteht nicht über Nacht, sondern durch konsequente Arbeit über mehrere Monate. Erstelle deine Strategie mit Bedacht über die folgenden Phasen hinweg:
1. Phase: Vorbereitung (Woche 1–2)
Bevor du dein erstes Video hochlädst, solltest du etwas Zeit in die Vorbereitung investieren.
Zielgruppe definieren: Wen möchtest du erreichen? Endkunden, B2B-Partner, potenzielle Mitarbeitende? Je klarer deine Zielgruppe, desto gezielter kannst du Inhalte erstellen.
Themen-Säulen definieren:
• Welche 3–5 Themen passen zu deinem Unternehmen?
• Was interessiert deine Zielgruppe?
• Wo liegt deine Expertise?
Beispiel für einen Sanitärbetrieb:
1. Notfall-Tipps („Rohrbruch – erste Hilfe“)
2. Wartungstipps („So verlängerst du die Lebensdauer deiner Heizung“)
3. Produkterklärungen („Worauf achten beim Kauf eines Wasserhahns?“)
4. Behind the Scenes („Ein Tag mit unserem Installationsteam“)
5. Mitarbeiter-Vorstellung
Redaktionsplan erstellen: Plane deine Shorts am besten zwei Wochen im Voraus. Das hilft dir, regelmäßig zu posten und verhindert Last-Minute-Stress. Nutze zur Aufgabenorganisation Tools wie Trello, Notion oder einfach eine Excel-Tabelle.
Wiedererkennungswert schaffen: Entwickle einen einheitlichen Stil, sei es durch die Einleitung, die Musik, das Farbschema oder die Präsentationsweise. Das hilft Zuschauenden, deine Shorts zu erkennen.
2. Phase: Testphase (Woche 3–8)
In dieser Phase willst du herausfinden, was bei deiner Zielgruppe ankommt. Dazu musst du regelmäßig YouTube Shorts posten und die daraus gewonnenen Daten analysieren.
Posting-Frequenz:
• Konsistenz ist wichtiger als Masse: Poste mindestens 2–4 Shorts auf YouTube pro Woche.
• Qualität geht vor Quantität, aber die Videos müssen nicht perfekt sein.
• Beste Posting-Zeiten: zwischen 11–15 Uhr oder 19–22 Uhr, besonders montags und dienstags (laut Analysen). Teste aber auch andere Zeiten, denn jede Zielgruppe hat eigene Gewohnheiten.
Datenauswertung und Anpassung mithilfe von YouTube Analytics:
• Watch Time, Swipe Rate und Completion Rate: Schauen Nutzende bis zum Ende oder steigen sie vorzeitig aus? An welchem Punkt (in welcher Sekunde) verlierst du die meisten Menschen?
• Engagement: Interaktionen wie Likes, Kommentare und Shares zeigen, ob dein Content Resonanz findet. Sie sind ein wichtiger Indikator für den Algorithmus.
• Reichweite: Über welche Quellen kommen die Aufrufe (Shorts-Feed, Suche, YouTube-Startseite)?
A/B Tests: Teste verschiedene Ansätze systematisch. Variiere Hooks, Videolängen, Themen und Präsentationsstile. Analysiere dabei, was am besten funktioniert, und optimiere kontinuierlich, aber nicht zu vorschnell.
3. Phase: Optimierung nach etwa 8 Wochen
Nun setzt du die Erkenntnisse aus der Testphase um:
• Welche Themen haben am besten performt?
• Welche Länge (15, 30, 60 Sekunden) funktioniert am besten?
• Welche Hooks fesseln in den ersten drei Sekunden?
4. Phase: Skalierung (ab dem 3. Monat)
Rechne mit 3–6 Monaten konsequenter Arbeit, bis du signifikante Ergebnisse siehst. Manche Shorts gehen sofort viral, andere brauchen Zeit, wieder andere finden keine Resonanz. Wenn du eine solide Datenbasis und Erkenntnisse aus der Test- und Optimierungsphase gewonnen hast, kannst du in die Skalierung übergehen:
• 3–6 Monate: Erste Reichweitenerfolge mit 500–5.000 Aufrufen pro Short
• 6–12 Monate: Regelmäßig über 10.000 Aufrufe und eine wachsende Community
• 12+ Monate: Virale Shorts möglich und ein etablierter Expertenstatus
Wichtig: Die hier vorgestellten Zeiträume sind nur Richtwerte. Manche Shorts-Kanäle sind sehr schnell erfolgreich, andere brauchen länger. Eine durchdachte Planung, Datenauswertung und Anpassung hilft dir, deinen Kanal nachhaltig aufzubauen. YouTube Shorts erfordern Durchhaltevermögen, Experimentierfreudigkeit und eine anpassungsfähige Planung. Geduld und Konsistenz zahlen sich dabei aus.
Die praktische Umsetzung: Von der Idee zum fertigen YouTube Short
Schritt 1: Geeignete Mitarbeitende im Unternehmen finden
YouTube Shorts leben von Authentizität und die kommt am besten durch echte Menschen in deinem Unternehmen. So wählst du die richtigen Teammitglieder aus:
• Freiwilligkeit: Zwinge niemanden vor die Kamera. Suche Personen, die Spaß daran haben und sich dabei wohlfühlen.
• Kompetenz: Wer kennt sich in seinem Fachbereich besonders gut aus und kann die Informationen effektiv kommunizieren?
• Verschiedene Perspektiven: Lass nicht nur die Geschäftsführung oder eine einzige Person zu Wort kommen. Jede Perspektive bringt Mehrwert, beispielsweise von Auszubildenden, Fachkräften, Kundenservice.
• Urheberrechte und Verträge: Kläre vorab schriftlich, dass die Mitarbeitenden bei den Shorts mitwirken, aber das Unternehmen Urheber der Inhalte bleibt. Das verhindert Probleme, wenn jemand dein Unternehmen verlässt. Lass dir hierfür eine Einverständniserklärung unterschreiben, um die unbefristete Nutzung des Materials auch nach einem möglichen Firmenaustritt der Person zu regeln. Diese rechtliche Absicherung ist wichtig, damit du langfristig mit deinem Content arbeiten kannst.
Schritt 2: Hardware & Software für die Produktion von YouTube Shorts
Du brauchst keine teure Ausrüstung, um mit YouTube Shorts anzufangen. Ein modernes Smartphone reicht dazu völlig aus. Dies ist das empfohlene Basis-Setup für YouTube Shorts:
• Smartphone mit guter Kamera: Ab iPhone 11 oder Android-Gerät (ab 2020). Die meisten aktuellen Smartphones filmen in ausreichender Qualität für Shorts.
• Stativ oder Gimbal (Stabilisator): Für stabile Aufnahmen (ab 15 Euro erhältlich)
• Externes Mikrofon: Auch wenn viele Menschen YouTube Shorts ohne Ton schauen, solltest du die Tonqualität nicht vernachlässigen. Ein Ansteckmikrofon gibt es ab 30 Euro und verbessert die Audioqualität enorm.
• Beleuchtung: Ein Ringlicht oder eine Softbox sorgt für eine gleichmäßige Ausleuchtung. Einsteigermodelle gibt es ab 30 Euro. Filme alternativ bei Tageslicht vor einem Fenster.
Software-Tools für YouTube Shorts:
| Tool | Geeignet für | Funktionen |
YouTube App | Einsteiger | Basis Editing, direkter Upload |
CapCut | Fortgeschrittene | Automatische Untertitel, Effekte, Übergänge |
Canva | Fortgeschrittene | Grafiken, automatische Untertitel, Texteinblendungen, einfache Animationen |
Adobe Express oder Premiere Rush | Semi Profis | Professionelle Effekte |
Einfache Videoproduktion speziell für KMU | Automatisierte Videoerstellung ohne Vorkenntnisse, plattformübergreifende Veröffentlichung |
Schritt 3: Lizenzfreie Musik und Sounds finden
Musik macht Videos lebendig und kann deine YouTube Shorts deutlich aufwerten. Hierbei musst du allerdings das Urheberrecht beachten. Nutze am besten ausschließlich lizenzfreie Musik oder Sounds:
Sichere Quellen für lizenzfreie Musik:
• YouTube Audio-Bibliothek: YouTube bietet im YouTube Studio eine umfangreiche Bibliothek mit lizenzfreier Musik und Soundeffekten. Diese kannst du ohne Urheberrechtsrisiko verwenden und trotzdem monetarisieren.
• Epidemic Sound: Diese professionelle Musikbibliothek bietet über 40.000 Tracks. Sie ist kostenpflichtig, aber alle Tracks sind für YouTube Shorts freigegeben und du behältst volle Monetarisierungsrechte.
• Artlist: Eine professionelle Musikbibliothek ähnlich wie Epidemic Sound mit Fokus auf filmischer Musik. Für die kommerzielle Nutzung brauchst du ein Abo.
• Free Music Archive: Diese Musikbibliothek ist zumindest teilweise kostenlos.
Wichtig: Verwende keine Musik von Spotify, Apple Music oder anderen Streaming-Diensten. Selbst wenn ein anderer YouTube-Kanal einen Song als „lizenzfrei“ anbietet, garantiert YouTube nur für die Inhalte der eigenen Audio-Bibliothek, dass keine Urheberrechtsprobleme entstehen. Nutze daher Trending Sounds aus der YouTube-Audio-Bibliothek, denn der Algorithmus bevorzugt diese.
Schritt 4: Cloud-Speicherung und Workflow
Für effizientes Arbeiten im Team empfiehlt sich die Nutzung von Cloud-Diensten wie Google Drive, Dropbox oder Microsoft OneDrive:
Vorteile der Cloud-Speicherung:
• Teamzugriff: Mehrere Personen können auf Rohmaterial zugreifen und Videos bearbeiten.
• Versionierung: Ältere Versionen bleiben erhalten, falls du etwas rückgängig machen möchtest.
• Sicherheit: Die Videos gehen nicht verloren, wenn ein Gerät kaputtgeht.
• Flexibilität: Alle können von überall arbeiten, egal ob im Büro, unterwegs oder im Homeoffice.
Empfohlener Workflow: Erstelle eine klare Ordnerstruktur, um den Workflow für alle Beteiligten eindeutig und nachvollziehbar zu strukturieren. Das spart Zeit und
vermeidet Chaos:
1. Ideen & Konzepte
2. Rohmaterial
3. In Bearbeitung
4. Freigabe durch Verantwortliche
5. Fertig zum Upload
6. Veröffentlicht
Erfolgsmessung bei YouTube Shorts: Diese KPIs sind entscheidend
Neben den Gesamtaufrufen bietet YouTube Analytics eine Fülle an Kennzahlen speziell für Shorts, aber nicht alle sind gleich relevant.
Die wichtigsten KPIs für YouTube Shorts:
| KPI | Was wird gemessen? | Benchmark | Warum wichtig? |
Angesehen oder weggewischt | Wie viele haben dein Short angeschaut im Vergleich zu denjenigen, die sofort weitergewischt haben. | Ziel: über 75 Prozent Viewed Rate oder unter 20 Prozent Swipe Away in den ersten drei Sekunden. | Wichtigste Metrik. Misst die Qualität der Hook und ist primärer Ranking Faktor. |
Durchschnittliche Wiedergabedauer (in Prozent) | Wie viel Prozent des Shorts wird durchschnittlich angeschaut? | Sehr gut: über 70 Prozent. Gut: 50 bis 70 Prozent. Durch Loops sind auch Werte über 100 Prozent möglich. | Zeigt die Content Qualität. Loops sind ein starkes Signal für den Algorithmus. |
Engagement bzw. Interaktionsrate | Likes, Kommentare, Shares. | Ziel: über 1,5 Prozent für Shorts. | Kommentare und Shares sind wichtiger als Likes. |
Im Feed angezeigt | Wie oft wurden deine Shorts im Feed angezeigt? | Shorts Feed ist die Hauptquelle für Views. | Weiterer Indikator, ob die Hook und das Video im Algorithmus funktionieren. |
So gelangen Zuschauer zu deinen Shorts | Woher kommen deine Views im Allgemeinen? Zum Beispiel Shorts Feed oder YouTube Search. | Auch andere Quellen können zu Shorts führen. | Zeigt, ob auch SEO in der Suche greift. |
Wichtig: Die Click-Through-Rate (CTR), die bei klassischen YouTube-Videos so wichtig ist, ist bei Shorts nicht relevant. YouTube Shorts werden nicht geklickt, sondern automatisch im Feed abgespielt. Stattdessen ersetzt „Angesehen oder weggewischt“ die CTR-Funktion.
Interpretiere die Daten richtig: Ein Short mit 100.000 Views, aber einer Wiedergabedauer von nur 10 Prozent ist weniger wertvoll als ein Kurzvideo mit 10.000 Views und 80 Prozent Wiedergabedauer. Der Algorithmus belohnt Engagement, nicht nur Impressionen. Darum ist es auch nicht sinnvoll, YouTube Views zu kaufen.
Weitere Möglichkeiten für YouTube Shorts: Integration in deine gesamte Video-Strategie
Für KMU ist es in der Regel wenig sinnvoll, einen Kanal nur mit YouTube Shorts aufzubauen. Betrachte YouTube Shorts also nicht isoliert, sondern als Teil deiner gesamten Content-Strategie:
• Shorts als Teaser für längere Videos: Nutze Shorts, um Interesse für ausführlichere Inhalte zu wecken. Beispiel: „Die drei häufigsten Fehler bei…“ als Short, mit einem Verweis auf ein 10-Minuten-Tutorial.
• Cross-Promotion zwischen Formaten: Erwähne in Shorts deinen Hauptkanal und weise in langen Videos auf Shorts hin. So baust du eine vernetzte Content-Welt auf.
• Synergien mit anderen Social-Media-Kanälen: Teile deine Shorts auch auf Instagram, TikTok oder LinkedIn. Passe sie aber jeweils an die Plattform an (entferne beispielsweise das YouTube-Branding für andere Plattformen).
• Konsistente Markenbotschaft: Egal ob du Shorts oder Langform-Videos
machst, deine Kernbotschaft und Werte sollten erkennbar bleiben.
SELLWERK unterstützt KMU beim Videomarketing
YouTube shorts bieten KMU eine einzigartige Chance, organische Reichweite aufzubauen und neue Zielgruppen zu erreichen, ohne großes Budget und ohne komplizierte Technik. SELLWERK hilft dir dabei, dein Videomarketing professionell aufzubauen.
• SELLWERK Social Media Marketing bietet professionelle Betreuung deiner Social-Media-Kanäle. Von der Strategie über die Produktion bis zur Auswertung erhältst du alles aus einer Hand.
• SELLWERK Videomarketing bietet dir hochwertige Videoproduktion für alle Formate. Ob YouTube Shorts, Imagefilme oder Produktvideos, das SELLWERK-Team unterstützt dich bei der Umsetzung.
• Der SELLWERK Prime Video Maker ist ein einfaches Tool, mit dem du selbstständig und ohne Vorkenntnisse professionelle Videos erstellen kannst. Das ist ideal für KMU, die regelmäßig Content unter anderem für YouTube Shorts produzieren möchten.
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